Sonntag, 17. Mai 2015

Sprachrätsel

Die Stadt Hütchenburg erkundigt sich nach fünf Monaten nach Prinz Fröhlich.
Denn er sei nach ihren Unterlagen schulpflichtig.

Da haben die Recht.

Aber natürlich wollten wir dem Kind nach seinem Zuhause, nicht auch noch die Schule nehmen.
Die Schule haben wir sehr bewußt gewählt.
Somit geht er also noch in Hamburg seiner Pflicht nach.

Das wissen die natürlich nicht.

Wir mögen doch bitte kurzfristig mitteilen, wo er denn zur Schule geht.
Die Dringlichkeit des Informationsflusses macht die Dame vom Amt deutlich indem sie ihre Rufnummer in FETTDRUCK angibt.

hmmmm..........

Wieso soll ich denn nun schnell sein, wenn die Stadt Hütchenburg in ALLEM so lahmarschig ist?
Denkt doch mal an die ewige Wartezeit auf die Baugenehmigung.... 
Nur bei Rechnungen sind die fix.
Und wenn ICH was zu erledigen habe, dann wird es für die Herrschaften eilig.

Naja, mal sehen, was noch so kommt.
Schleswig-Holstein muss an Hamburg für jeden Schüler, den die Großstadt aufnimmt, einen Ausgleich zahlen, soweit ich weiß.
Da gab es irgendwie einen Streit und eine Weigerung der Zahlungsverpflichtung nachzukommen....
krieg ich nicht mehr zusammen...

...........


Was bedeutet es eigentlich, wenn jemand sagt:

"Du, ich steh da voll hinter Dir!"

Wo steht denn der genau?
Die Floskel sagt es schon.... Im Hintergrund, nicht wahr?

Das ist, wenn ich es genau betrachte, ein besonders feiner Platz.
Wir können den Hintersteher nicht sehen.
Ich nicht und derjenige bei dem ich Unterstützung gebrauchen könnte, auch nicht.
Ich verdecke  meinen vermeintlichen Unterstützer.
Aber ich weiß, dass da jemand ist, auf den ich im Notfall zählen kann, oder?

Woher weiß ich das eigentlich?

Der sagt das ja nur.
Sehen kann ich ihn nicht.
Ich weiß also gar nicht wirklich, ob da einer steht.
Oder ob der schon weggelaufen ist, wenn es brenzlig wird.

Warum heißt es also nicht:

"Du, ich steh da voll neben Dir!"

Weil es für den, der hinten stehen möchte, kein guter Platz ist.
Denn er bekäme höchstwahrscheinlich dieselben Prügel wie ich.
Das wäre nicht gut.
Solidarität mit mir ist schon okay.
Aber soweit muss sich niemand aus dem Fenter lehnen, nicht wahr?

Reicht voll und ganz, dass ich weiß, da hinten steht irgendwo jemand, der eine ähnliche Meinung vertritt.

Obwohl...... Der hinten Stehende vertritt die Meinung ja gar nicht.
Das mach ich.

Ich steh nämlich vorne.

Wortklauberei, ich weiß.
Aber hin und wieder sollte man über die Feinheiten der deutschen Sprache nachdenken.
Den Sinn hinter den so wunderschön sich anbietenden und anbiedernden Floskeln erneut entdecken.

Denn wenn ich da vorne stehe und auf die Schnauze krieg, dann hilft es mir herzlich wenig, dass irgendwo da
hinten vielleicht jemand steht.
Und der sich so platziert hat, dass er mir gegebenenfalls auch noch von da hinten in den Rücken fallen kann.

Hach, das habe ich hübsch gesagt.... also das mit Floskeln, nicht das mit der Schnauze.

Musste mal raus.
Wenn ich es nicht an die Luft lasse, muss ich platzen.
Überall - dieser Mist!

Hoffentlich ist da jetzt nicht wieder ein Tippfehler drin, den ich übersehen habe.

höhöhöhö.... wo wir beim Rätsel wären.... Was für eine Überleitung!

Das Fehler-Rätsel:


lasst Euch nicht vom Zaun verwirren... ich passte nicht zwischen Zaun und Schild....

Kleiner Hinweis:
Wirklich falsch liegen die Macher des Schildes nicht.
Es war sogar mal fast richtig gewesen.
 Kleiner Nachtrag: Für Hamburger ist es ein wenig einfacher.... das war mir so nicht bewußt.

............

Habt einen schönen Sonntagabend,
(ich komm grad vom Essen *gulp*)
vany

Samstag, 16. Mai 2015

Wehe, wenn sie wiederkommen

Lange habe ich überlegt, ob ich überhaupt was
 dazu ( klick) schreiben soll....

Ich liebe Zickereien.
Ich läster auch gern.

Aber da blieb mir die Spucke wech.

Cornelia von der Zwergenwelt erzählt dort vom Mobbing
(wobei das Wort "Mobbing" es eigentlich nicht mehr trifft)
durch eine andere Bloggerin.
Sie nimmt kein Blatt vor den Mund.
Gut so.
Richtig, sich zu äußern!
Nach so langer Zeit des Leidens ist es gut, sich den ganzen Mist von der Seele zuschreiben.
Einige der Kommentierenden haben ihre eigene Geschichte dazu geschrieben.

Ich bin die Letzte, die glaubt, dass es im Bloggerland oder in Foren nur lieb und freundlich zu geht.
Im Gegenteil.
Ist wie im richtigen Leben.

Man wird getäuscht und enttäuscht und ebenso täuscht und enttäuscht man auch andere....

Neid und Mißgunst gehören dazu.
Aber anonyme Kommentare, die so verfaßt sind, dass die Angegriffene gesundheitlich darunter leidet, sind verwerflich, vielleicht sogar kriminell.
Das geht so weit, dass sich die Verehrerinnen zusammenrotten und gemeinsam auf die Opfer stürzen.
In Kommentaren und Mails, bei Instagram, Facebook oder per Telefon.
Zumeist anonym werden nicht nur Blogs lahmgelegt, sondern auch kleine Nebenverdienste genommen, wenn jemand in Ungnade fällt.

Wie geht das?
Wie kann eine einzelne Person, die nur Fotos und kleine, glückselige Geschichten aus einer heilen, schönen Bergwelt veröffentlicht, einen derartigen Einfluß haben?
Was geht in den Köpfen der Anhängerinnen vor, die sich dazu hinreissen lassen, jemanden so zu verletzen,
der sich kritisch äußert? Oder in Verdacht steht, die Angehimmelte zu "kopieren"?

Dabei hat sie das Rad überhaupt nicht erfunden.
Nur konsequent ihren Stil im eigenen Haus durchgesetzt.

Angeblich ist der letzte Post der beliebten Bloggerin geschrieben.
Sie ziehe sich zurück.
(Wahrscheinlich will sie mal umdekorieren)

Die Dame ist das Idol einer großen Fangemeinde. Ist hoch aufgestiegen in der Welt der Watte-Bloggerinnen.
Hat viel gezeigt von ihrer heilen, glücklichen Welt und die Wünsche der Leserinnen mit vielen Punkten, Blumen und Streifen virtuell erfüllt.

Sie wird wahrscheinlich gerade angefleht, nicht zu gehen.
Es sich noch einmal anders zu überlegen und doch bitte weiter zu machen.
Vielleicht nicht mehr so häufig zu posten, aber hin und wieder an ihrer Glückseligkeit teilhaben zu lassen.

Wenn ich das richtig einschätze, dann wird sie ihre Anhänger erhören.
Auch wenn das Haus nun so vollgestopft sein müsste, dass sich wohl kein Normalsterblicher mehr darin bewegen kann, wird sie einen Weg finden, sich und ihre Werke zu präsentieren.


Das kann ich nachvollziehen.

Seien wir mal ehrlich.
Was ist denn die Bloggerei?
Raus aus der kleinen Welt des eigenen Lebens und hin zur Teilhabe an etwas Größerem.
Ich wünsche mir Beachtung und unterstelle jetzt mal ganz pauschal, dass es Euch auch so geht.

Was aber passiert, wenn der Wunsch nach Beachtung sich auswächst?
Wenn es plötzlich darum geht das Maß aller Dinge zu sein?
Definiert man sich dann ausschließlich über das Gebloggte?
Wird man nicht zu Golom und sieht seinen Schatz und sich an allen Ecken bedroht?
Und warum folgen so viele Menschen in ihrer Verblendung?

Ich kaue seit Tagen auf diesen Fragen herum.
Cornelia ist nicht das einzige Opfer.
Wenn ich den Gerüchten Glauben schenke, dann sind da reichlich Geschädigte.

.....

Mir ist heute nicht nach einem fröhlichen "Hütchens-Hausbau-Post".
Die Geschichte liegt mir quer im Magen.

vany

PS: Aber morgen bekommt Ihr das Rate-Schild!

Dienstag, 12. Mai 2015

Es wird ein Haus!

 Blick in die Küche vom Vorgarten aus. Da steh ich dann und wasche ab. Oder schnippel Gemüse.
Oder so. Also drinnen.
Jedenfalls kann ich vom meinem wirklich großen Fenster aus nach draußen auf die STRASSE schauen.
Das finde ich so großartig.
Ich habe Hanni immer beneidet, weil ihr HühnerFenster zum Hütchenweg heraus ging.
Meins in den Garten.
War auch okay als die Kinder klein waren. Aber als die wuchsen und ich nicht alle zwei Minuten mit einem mittelschweren Herzinfarkt heraus rennen musste, war das eher schade.
Ich kuck schon gerne, was so los ist.


Ja, ok- da sind noch ein bißchen viele Stützen drin. Die müsst Ihr Euch weg denken.

 Von der Küche aus in den Flur. Da wo ich stehe ich stehe und das Foto mache, kommt der Küchenblock mit Herd hin. Ungefähr.
Tür links zum Hauswirtschaftsraum, Tür rechts davon zur Abstellkammer, die nachher zu ist, weil da die Treppe hochgeht. Teuflisch klug, wie ich nunmal bin, habe ich mich an Harry Potters Zimmer unter der Treppe bei den Dursleys erinnert.


MEIN ZIMMER! Mein Gehege! Für mich als freilaufendes Huhn!
Vom MininininininiWohnzimmer aus fotografiert.
Gefühlt besteht das Haus nur aus Küche......

Heute wurde ich zutiefst beeindruckt.
Hanni hatte heute Richtfest.
Ich sach Euch mal was..... da passt mein neues Haus dreimal rein.
So riesig!
Die Steine, die für den Bau verwendet wurden,wurden früher garantiert im Pyramidenbau verbaut.
Es sieht so traumhaft schön aus - ich kann mir das Haus schon möbliert vorstellen.
Gott sein Dank ist Hanni keine DenverClanCrystal.
Dann stände zu befürchten, dass der Handlauf an der Treppe einen Goldstreifen bekommt.
Oder so.
Besonders schön sind die Fenster. Nicht alle reichen bis zum Boden, damit man auf der Fensterbank sitzen kann. Das finde ich sooo saugemütlich!
Beim nächsten Haus greife ich das vielleicht auf und dann bauen wir lieber ein bißchen größer....

Bei der Gelegenheit sind wir an unserem alten Haus vorbei gekommen.
Bisher fand ich beinahe alles, was die "Neuen" gemacht haben, sehr ansprechend.
ABER JETZT!
HABEN SIE!
DAS HAUS!
WEISS ANGEMALT!
Also ehrlich.... es war vielleicht vorher etwas 80er-Jahre-mäßig
NUN ist es 70er!
Grottenscheußlich.... einfach auf das Riemchen aufgemalt.
Mannmannmann.
Als kleine Rache hat sich das Haus gewehrt. Der Efeu war in das aufgesetzte Riemchen gewachsen.
Beim Abreissen der mindestens 20 Jahre alten Pflanzen ist der Blender mit abgeplatzt.

Ist bestimmt meine Schuld, weil ich gesagt habe, dass das Haus gut gedämmt ist und nun haben sie sich eine komplette Fassadensanierung gespart, weil  eigentlich alles gut ist.

Nun gut...das ist Geschmacksache.
Ist nicht mehr meins. Darf ich auch eigentlich nichts zu sagen.

Bei meinem Haus tut sich jedenfalls einiges.
Das OG soll noch diese Woche fertig gemauert sein, kommende Woche wird die Decke gegossen.
Und dann zieh ich wohl schon mal ein.
Um den Nachbarn zu entgehen.

Das Schreiben haben wir ignoriert.
Danke für Tipps!
Sollen sie sich die Finger wund schreiben.... beim Vermieter beschweren... was auch immer.
Wir sind bald weg.
Und wer weiß, was dann für Nachbarn auf die armen Leute zu kommen?
Vielleicht frage ich, ob ich die mit aussuchen darf.

Heute morgen bin ich aufgewacht und habe frohlockend darüber nachgedacht, dass ich in nicht allzu ferner Zukunft wieder Kartons packen darf.
Das ist ein Gedanke, der mich durch den Tag schweben lässt!

Lustig finde ich, dass unser Bauträger es tatsächlich geschafft hat seine Hamburger Anschrift auf dem Bauschild FALSCH zu schreiben.
Jeden Tag denke ich, ich nehm  einen Edding mit und verbessere das.
Vergesse ich aber immer wieder.
Ich glaube, morgen mach ich mal ein Bild von dem Schild.
Mal sehen, ob jemand heraus findet, was falsch ist.

Bis dahin wünsche ich Euch eine wunderschöne Woche, einen geruhsamen Feiertag und ein traumhaftes langes Wochenende, das ich dazu nutzen werde SÄMTLICHE Posts nachzulesen, die mir durchflutschen, weil ich nur noch auf der Baustelle oder bei der Arbeit abhänge...
vany

Freitag, 1. Mai 2015

Holy Shit

Gestern fand ich einen Zettel in unserem Briefkasten.
Ich glaube, da brauch ich mal fachmännischen Rat von Leuten mit Nachbarn.


30.04.20015

Sehr geehrte neu dazugezogene Familie!

Wir möchten Sie höflichst bitten um mehr Rücksichtnahme auf andere Nachbarn, die auch ihre Miete bezahlen. Vermeidbare Lärmbelästigung. Wir wohnen hier 31 Jahre und sie Sie werden auch uns hören. Es ist ein Altbau und sehr hellhörig ohne Schalldämmung. Man muss nicht ständig Möbelrücken oder laut durch das Haus trampeln
Dies ist eine höfliche Bitte um einen friedliches Miteinander zu haben.
Mit freundlichen Grüßen


Also... so richtig höflich finde ich das nicht.

Erst werde ich darauf hingewiesen, dass ich nach einem halben Jahr noch neu bin, dabei sind hier zwischenzeitlich noch mehr Leute eingezogen.
Meinen Namen konnte sich der Schreiber/die Schreiberin vom Klingelschild oder Briefkasten bis zur Wohnung nicht merken.
Das ist eine Leistung, denn der ist im RL noch einfacher als "Hütchen".
Der Zettel trägt keine Unterschrift und die Wortwahl läßt darauf schliessen, dass das Schreiben in einer nicht höflichen Stimmung verfaßt wurde. 

Ich weiß nun auch nicht wirklich, was mit den "Möbelrücken" gemeint ist.... die Rücken meiner Möbel sehe ich nicht - erst wieder, wenn die Möbelpacker kommen....
Aber gut, wahrscheinlich soll angedeutet werden, dass wir laufend die Möbel rücken.
Soviel Platz haben wir hier beim besten Willen nicht.
Die Möbel müssen genau da stehen bleiben, wo die Umzugsherren sie hingestellt haben.

Richtig verwirrt war ich, als ich las, wir würden ständig durchs Haus "trampeln".
Wir sind zu viert und verlassen jeder einmal am Tag das Haus, um zur Schule oder zur Uni oder zur Arbeit zu kommen. Die Uhrzeiten variieren. Natürlich.
Und dann kommen wir alle wieder nach Hause - in der Regel einmal am Tag zu unterschiedlichen Zeiten.
Zur Wohnung müssen wir schon noch hoch.
Da haben wir unsere Kleidung, was zum Essen und zum Trinken und das Klo.

Was soll der Hinweis mit den 31 Jahren?
Um Himmels Willen - so lange will ich gar nicht bleiben.

"Vermeidbare Lärmbelästigung" hätte doch die Überschrift sein müssen und nicht das Jahr 20015, das ich wohl nicht mehr erleben werde.

Was soll das?
Wir sitzen im dritten Stock und müssen an allen vorbei!
Ich könnte doch mit jemandem reden, der uns einen Hinweis gibt, zu welcher Uhrzeit wir besonders rücksichtsvoll sein sollten, wenn ich wüßte, wer das geschrieben hat.
Vielleicht hat jemand Schichtdienst und liegt gerade im Bett, wenn Fröhlich um sieben Uhr heruntergeht.
Oder ist gerade eingeschlafen, wenn ich um kurz vor neun das Haus verlasse.

Wir wollen gar nicht die bösen Nachbarn sein... obwohl... jetzt habe ich da irgendwie richtig Bock drauf.
 Dreieinhalb Erwachsene... wir könnten viel schlimmer, wenn wir wollten.... hehehehehe...

Ich hoffe ja, dass die Frau, die mit ihrem Fahrrad -  wir nennen es mittlerweile Lutz -  im Erdgeschoß wohnt, dieses Schreiben aufgesetzt hat.

Ich werde alle Nachbarn einladen, sich davon zu überzeugen, dass hier nicht die Möbelrücken in die Räume kucken und wir deshalb auch nicht gezwungen sind, die Möbel zu verrücken, wenn wir eine Schublade öffnen wollen.

Mal sehen, ob sie kommt.
Lutz muss sie aber unten lassen.
Da bleibe ich hart.

.............

Nach solchen Geschichten sind wir natürlich froh, dass es hier schnell weitergeht:


 Bautag 1
Das ist unser Hauseingang, links gehts zur Küche, rechts ins Gästeklo und zur Treppe.
Ja, ich weiß.... da braucht man noch viel Phantasie.....
 

 Bautag 2

Jetzt sieht es aber nach Eingang aus, oder?
Das Küchenfenster (links) ist erkennbar.
Hach!

 Und das ist mein Haus aus dem Garten heraus fotografiert.
Ich glaube, wenn es steht habe ich 2 Millionen Fotos gemacht....


Und jetzt kuckt Ihr aus dem Küchenfenster zur Strasse und könnt im Hintergrund die Jolle sehen!

Da ich in der Übergangsbehausung mit "Mamas Zimmer", wie die Prinzen und der liebende Gatte die Küche nennen, ausgesprochen unglücklich bin, muss ich so viele Bilder von der Entstehung des neuen Zimmers machen.

"..grrr.... diese Küche ist wie ein Käfig in einer Legebatterie!", mosere ich die Tage herum, als ich versuche ein Abendessen zu richten.

"Ja, Süße, eine artgerechte Haltung ist das nicht...", antwortet Herr Hütchen mit treusorgendem Blick.
"... aber ich bau Dir ja gerade ein Gehege für ein freilaufendes Huhn..."

Ich sollte mir doch überlegen, was ich sage.....

Gestern sind Fröhlich und ich zum Fechten per Bus gefahren.
Damit er weiß, wie er dahin kommt und wo er aussteigen muss, habe ich ihn begleitet.
Aber nur bis zur Sporthalle, da haben ihn dann gleich die anderen Fechter in Beschlag genommen.
Ich also zurück zur Bushaltestelle, um wieder nach Hause zu kommen.

Wie ich in den Bus einsteige, strahlt mich der Busfahrer an.

"Hallo! Wie gehts Dir?", schmettert er mir entgegen.
 hä?
Ich kenn den gar nicht.... 
"Danke, alles gut....", antworte ich verwirrt....

Ich habe mich während der Fahrt eingehend mit dem Handy beschäftigt.
Das war mir doch ein wenig unangenehm.

Kurz bevor das Fechten zu Ende war, sind Herr Hütchen und ich zur Baustelle gefahren, damit ich für Euch noch ein, zwei Bilder machen kann.

Ich steh also knipsender Weise in meinem neuen Vorgarten als ein Bus an der Haltestelle vor meinem Vorgarten hält.
Automatisch drehe ich mich um und der Busfahrer strahlt mich wieder an und winkt wie wild.

Selbstverständlich habe ich ebenso strahlend zurück gewunken!
Was hat der sich gefreut.
Ich fand das richtig nett.

Herr Hütchen blickt von seiner winkenden Frau zum winkenden Busfahrer....

"Sag mal, Süße, " fragt er vorsichtig, " Wie oft bis Du denn schon mit dem Bus gefahren?"

"Einmal," antworte ich und winke nochmal zum Abschied als er langsam am Grundstück vorbei fährt.

"Aha...."

 Ich glaube, er glaubt mir nicht und hat den Verdacht, dass ich schon hundertmal mit dem Bus zum Nachtigallenlied gefahren bin, damit ich alle Busfahrer der Strecke kenne und ihnen morgens aus meinem 
Ein-Huhn-Gehege-Fenster zu winken kann.

Habt einen schönen Feiertag und lasst es euch gut gehen,
vany
 


Montag, 27. April 2015

"Das ist ja winzig!"


Rief ich aus, als ich meine Baustelle vor einigen Tagen betrat.
"Wie soll denn da die Küche reinpassen, die ich ausgesucht habe?", empörte ich mich.
Ich wollte sofort zurück zur Wohnung und das Maßband holen - nachmessen.....

"Und der Esstisch? Der passt doch im Leben nicht in dieses Minihaus!"
Ich muss gestehen, ich war richtig böse auf Herrn Hütchen, der ist nämlich bestimmt schuld an dem Disaster.

" Du, Süße, zur Not müssen wir einen neuen Esstisch...."

"WIE BITTE????", mein Entsetzen ließ meine Stimme schrill werden, "N I E M A L S!!! Eher verkaufst Du das Haus wieder!"

Er wollte sich ausschütten vor Lachen. Manchmal könnte ich wahnsinnig werden mit diesem Mann.
Ich liebe den Tisch. Zu dem habe ich eine innige Beziehung...


 Am folgenden Tag wurde dann die Sohle gegossen - und siehe da......

Ja, ich habe wieder zu früh das Rumpelstielzchen heraushängen lassen.
Hoffentlich haben die neuen Nachbarn meinen filmreifen, hysterischen Auftritt verpasst.

Gut, es ist nicht wirklich groß, aber der eine Herr Rohbauer meinte, ich solle daran denken, dass ich das ja auch alles sauber machen muss und er hat gerade ein Doppelhaus gebaut, dass insgesamt noch zwei Meter schmaler sei als mein Haus....
"Ach herrje... Tunnelbauten machen Sie also auch?"

"Ach, warten Sie bis die Wände eingezogen sind - dann sind Sie erst recht geschockt!", grinste er.

Passend zum Bauen der Wände zeigt sich Norddeutschland im feinsten Schmuddelwetter.

....

Ich muss mich ja mal ein bißchen über die allgegenwärtige Frau H. Fischer auswürgen.
Mal abgesehen davon, dass ich die "Musik" für katastrophal überbewertet halte, geht die mir so ziemlich auf den Geist.
Die ist ÜBERALL!
Auf Pappaufstellern im Drogeriemarkt, beim Kochen mit Butter, beim Kaffeeröster im Bereich der Damenoberbekleidung und ganz besonders schlimm:

Auf meiner bevorzugten HAARFARBE!

Ich war so geschockt, als ich das Gesicht auf meiner Packung mit dem Goldblond sah, dass ich sie im ersten Reflex zurück ins Regal gestopft habe.
Und dann stand ich da.... nehme ich Honigblond oder geh ich gleich über zu schwarz oder nehme ich eine ganz andere Marke oder - letzter Ausweg - färbe ich mir die Haare einfach nicht mehr?
Das wäre dann mal ein Statement.
Aber es würde niemand verstehen, wenn ich es nicht erkläre und wie sehe ich ungefärbt aus?

Und dann... gestern.... Wir haben Gimore Girls geschaut - im Fernsehen, so live und mit Werbung....
und in der Werbung taucht die Blondine auf und wirft sich halb über einen Herd und ruft

"Und wie die Sahne machen!"

Leute! In 3D wäre das ein Horrorschocker!

Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht.... aber ich fühle mich von der Frau gestalkt.
............
Na, das ist ja wieder ein bißchen lang geworden.
Aber noch kurz zur Info, weil Ihr so lieb gefragt habt:

Dem Prinzen Schlau geht es wieder gut.
Wir haben noch immer keine Ahnung, was ihn angegriffen hat.
Muss wohl mal wieder einen Allergietest machen.

Habt einen schönen Wochenstart und hofft mit mir auf besseres Wetter,
vany

Sonntag, 19. April 2015

"Papa, was ist das?"

kommt es angsterfüllt von der Wohnzimmertür.
Da steht Schlau  in Unterwäsche und sieht etwas merkwürdig aus.

Total verquaddelt.

"Das JUCKT, das JUCKT so hammer.... WAS IST DAS?", schreit er plötzlich los.

Die Kinderzimmertür fliegt auf und Fröhlich steht  mit entsetztem Gesicht neben dem Entstellten.

Es ist kurz vor Sieben am Sonntagmorgen und die Nachbarn werden uns wieder ein Stückchen mehr hassen.
Herr Hütchen und ich klopfen uns auf die Schenkel vor lachen.
Das große Kind kreischt, er wünscht uns allen die Kretze an den Hals, das kleine ruft immer wieder:
"Was ist denn hier los? Was ist denn hier los?"
Und wir wälzen uns lachend auf dem Sofa.... wer solche Eltern hat, der braucht keine Feinde, ich weiß.

Als wir uns endlich beruhigt haben, nehmen wir natürlich die aufgekratzten, wunden Stellen am Körper unseres Erstgeborenen unter die Lupe... naja, ne Lupe brauchen wir nicht... die Flecken sind ziemlich groß und vor allem großflächig auf seinem Körper verteilt.

Er ist um sechs Uhr aufgewacht und hat Doc G**gle befragt und sich alle möglichen Hautausschläge angeschaut und erklären lassen. Nun ist er Dermatologe.

" Das ist N E S S E L S U C H T !!!! Hast Du das Waschmittel gewechselt?", fragt der schlaue Prinz vorwurfsvoll.

"Ja, hab ich, aber...."

"DUUUU! Das kannst Du doch nicht einfach soooo.... Scheiße!!! Und jetzt?", er brüllt und kratzt und windet sich.

"Vor DREI  MONATEN!!! Was weiß denn ich, was Du für Substanzen einnimmst, wenn Du nachts um die Häuser ziehst?", keife ich nicht minder laut zurück.

"Ach so," er wird kleinlaut.

"Geh kühl duschen und dann gehen wir gleich zur Notapotheke", schlage ich konstruktiv vor.

Herr Hütchen gibt ihm eine seiner Allergietabletten.

"Die helfen gar nicht", jammert er nach zwei Minuten.

"Na, bißchen länger musst Du schon warten.....", knurrt Herr Hütchen.

" Wie laaaaaaaaaaaaaangeeee denn noch?"

Es ist nicht zum Aushalten.
21 Jahre alt und benimmt sich wie ein Zweijähriger.
Ich schubse ihn ins Bad und befehle ihm zu duschen.

Auf dem Weg zur Apotheke wird er wieder normaler.
Läuft quasselnd neben mir her und hat hundert Erklärungen für seinen "Zustand".
Die Katze von seinem Kumpel kann es nicht sein.
Gegessen hat er beim Chinesen, da isst er immer.
Er hat nichts genascht, da wo er den Abend verbracht hat.... (glaub ich nicht) 
Vielleicht das P*ulaner Spezi?
Ja, bestimmt.
Nur das kann es gewesen sein.

"Was ist denn da drin?" Ich bin leicht verwirrt. Er macht sich nichts aus Alkohol.
Wenn er mal ein Bier austrinkt, dann muss er schon wirklich was zu feiern haben.
Habe ich erst einmal erlebt.

" Ganz normales Spezi. Ohne alles... Aber wer weiß schon, was die da rein machen?"

Ja... wer weiß das schon?
Es geht ihm wieder besser.
Die Nachbarn können nun weiter schlafen.
.....

Wir haben jetzt Sommerreifen drauf, können die Wäsche auf dem Balkon trocknen und die Baugenehmigung ist auch schon da.
Startschuß soll Montag sein.
Ich bin verhalten optimistisch.
Eine zeitliche Einteilung der Bauabschnitte ist selbstredend nur unter Vorbehalt.
Die sehen dem Bauende im September entgegen.... ich bin, wie gesagt, vorsichtig.
So, wie ich uns kenne, gibt es sowieso wöchentlich irgendeine Katastrophe abzuwenden.

Neulich haben wir fleißig an unserem Gartenhäuschen die letzten Malerarbeiten erledigt.
Der hintere Nachbar ist schon ein bißchen älter und bewohnt mit seiner Liebsten ein hochinteressantes
Bauwerk (?). Vorne ist es ein winziges Haus, nach hinten haben sie alles Mögliche angebaut.
Garantiert alles ohne jemals eine Genehmigung für irgendwas einzuholen.
Das Eine oder Andere ist schon bemerkenswert scheußlich.
So auch der "Wintergarten"...
Nun kam ja endlich die Sonne raus und zeigte wirklich schmutzige Dachfenster an eben diesem Wintergarten.
Der Alte klettert also behende auf das Dach und fängt an mit Handfeger und Schaufel die Scheiben abzuputzen.
Herr Hütchen und ich stehen indes auf Leiter und Tritt und malen in herrlicher Zweisamkeit.

Es klirrt und scheppert und gibt einen dumpfen Schlag.

Der Nachbar liegt in seinem Wintergarten und rührt sich nicht.
Seine Frau steht daneben und schaut auf ihn runter.

Herr Hütchen springt von der Leiter, rennt zum Zaun und ruft:

"Brauchen Sie Hilfe?"

Sie dreht sich langsam um und schaut Herrn Hütchen gleichmütig an.

"Im Moment nicht, danke!"

Mir klopft das Herz bis zum Hals und die Olle bleibt saucool !

Wie wir zehn Minuten später rüber schauen, sind beide weg und die Jalousien sind herunter gelassen.
Ich sach Euch!
Da geht bei mir sofort die Phantasie auf Reisen und zeichnet die bösesten Geschichten.
"Sie hat ihm den Rest gegeben als wir uns umdrehten!"
"Einen Krankenwagen hätten wir gehört - einen Leichenwagen nicht!"
"Sie wird ihn im Garten verscharren, um weiterhin seine Rente zu kassieren."
Und so weiter und so fort......

Er hat sich den rechten Daumen gebrochen, weil er den Handfeger nicht losgelassen hat.
Mehr Glück als Verstand!
In dem Alter noch auf Dächer herumszukrebsen.
An seiner Stelle würde ich allerdings mal über eine Eheberatung nachdenken.

Ich wünsche Euch einen zauberhaften Sonntag,
vany

Donnerstag, 9. April 2015

Korrekturlesen

macht irgendwie Sinn.
Ich habe eben meinen letzten Post nochmal quergeprüft.... mannmannmannn....

So.
Nun hab ich es erreicht. Das furchtbare Alter.
Lieben Dank für die lieben Wünsche.
Weil ja Ostern war, war es irgendwie so wie an Weihnachten Geburtstag zu haben.
Glücklichwerweise verschiebt sich Ostern immer wieder.... da haben es die Weihnachtskinder wesentlich schwerer und bekommen nie von allen Glückwünsche.
Hat das jetzt jemand verstanden?

Über eine Faltenplage kann ich nicht schimpfen.
Die halten sich in Grenzen.
Hier und da mal eine, die hartnäckig im Gesicht und am Hals sitzt.

Nur die Figur.
Leute!
Das geht gar nicht.
Wie kann man nur so aus dem Leim gehen?
Ich trage nur noch weite Oberteile..... wenn ich sitze liegt ein Teil meines Bauches auf meinen OBERSCHENKELN... nagut... auf den UNTERschenkeln wäre es noch schlimmer.
Überhaupt - die Beine.
Und die Arme.
Der Busen.
Ohne Worte.

Da nützt mein Miniworkout im Bus gar NIX.
Auch dieses leidige Treppensteigen, dass ich gern mehrmals am Tag absolviere, weil ich irgendwas unten vergessen habe - oder oben - bringt nichts.
 

ABER!
Das LKA hat sich gemeldet.
Sie haben nichts finden können - trotz meiner Massen bin ich glückselig durchs Penthouse geschwebt.

Dem förmlichen Schreiben liegt ein Merkzettel bei.
Den finde ich viel interessanter, weil ich mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte, dass die Allierten aus Versehen einen Wald bombardieren.

Nach dem Krieg war Schleswig-Holstein das einzige nicht besetzte Landstück.
Die Wehrmachtssoldaten sind hierher geflohen und haben sich nicht nur in den Wäldern versteckt, sondern sich auch ihrer Ausrüstung inklusive Waffen entledigt um unbewaffnet auf die feindlichen Truppen zu stoßen.
Das bedeutet, dass man nicht unbedingt eine Bombe im Vorgarten findet, aber eine Granate oder ein Gewehr mit Munition....
Alles liegen lassen, absichern und Polizei verständigen!
Sagt die Landespolizei.
Wenn ich was finde, dann halte ich mich daran - versprochen.

Jetzt warten wir nur noch auf die Trantasche vom Bauamt.
Und Herr Hütchen hat gestanden, dass auch er noch was vergessen hat, was für den Bauträger eine Voraussetzung für den Baubeginn ist.
Ich sach Euch.... so wird ein Ehemann ganz schnell zum Feindbild Nummer 2.
Irgendwie kriegt er mich aber immer wieder dazu ihn nicht abzumurksen, sondern lieber davon zu träumen einer unbekannten Frau ein.... ach lassen wir das...

So, jetzt schaff ich das mit dem Korrekturlesen wieder nicht.

Habt einen schönen Tag,
vany